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Gespräch fand dann irgendwann ein Ende, und es sollte das letzte in dieser Beziehung sein. Ich meldete mich die Woche über nicht,allerdings nicht aus Feigheit, sondern ich wollte Ihr die Möglichkeit geben, Abstand zu gewinnen, um vielleicht zu spüren, dass Sie mich doch nicht so brauche. Es wurde Samstag und Sie rief an und meinte, es sei schade, dass ich mich die Woche nicht gemeldet hätte, und Sie wollte mich nicht stören, weil ich ja immer so viel Arbeit hätte. So, jetzt musste es passieren, noch mal kurz tief durchgeatmet.... Ich versuchte die einfühlsamsten Worte zu finden, deren ich in der Lage war. Wollte Sie so wenig wie möglich verletzten. Ich sagte Sie hätte einen Mann verdient, der Sie wirklich liebt und der Zeit für Sie hat...Sie war geschockt, hatte noch nichts geahnt. Sie wollte auflegen, aber ich hielt Sie davon ab. Ich weiß wie es ist, Dinge unausgesprochen zu lassen. Ich nahm mir noch viel Zeit, und redete noch lang mit Ihr....
Ich habe nie wieder etwas von Ihr gehört, nur Ihre Freundin holte mal Ihre Sachen ab, und meinte, es sei gut gewesen, es am Telefon zu beenden, denn sonst hätte es sein können, Sie fährt gegen den nächsten Baum. Instinktiv war mir das klar!
So nun war ich wieder solo, wie sooft in meinem Leben. Und ich fühlte mich gut dabei. Erstmal ein wenig Party. Gut, ok, und nun? Natürlich, arbeiten. Es hatte sich durch diese kurze Beziehung etwas in mir verändert. Ich wußte eine zeitlang nicht, was es war, aber es war wieder da, das traurige Gefühl, besonders wenn ich nachts Auto fuhr. Wieder die immer wiederkehrenden Gedankengänge, das traurige Gefühl, jemanden verloren haben, den man liebte, und ich meine hier Johanna. Hört denn das niemals auf? Es war intensiver als die letzten Monate. Es war wieder so viel aufgewühlt. Nein, es muss jetzt aufhören, ich will das nicht mehr, ich will mein Gefühlsleben wieder zurück, will wieder kuscheln können, ohne Johanna vor mir zu sehen, nur wie willst du das erreichen? Indem du dich quälst, indem du dir alles vor Augen holst, alles was mit Johanna wirklich passierte. Indem du dich an Dinge erinnerst, die du aufgrund von Schutzmechanismen schon längst verdrängst hattest, indem du Deine Seele endlich entrümpelst. Komm du schaffst es!!! Ja, du schaffst es. Ich arbeitete an mir, ständig und immer. Versteht es nicht falsch, ich empfand keinen Liebeskummer mehr, nein nur die Gedanken hörten nicht auf, wie ein Traum der immer wieder kam. Es reicht jetzt....
Ich hatte Geburtstag. Ich hatte fast das Gefühl, das sich Johanna melden würde, und das sollte auch geschehen. Sie schrieb mir eine SMS: „Alles Gute zu Deinem Geburtstag. Danke das du damals gegangen bist, ich habe es nun verstanden. Alles Gute auf Deinen Wegen“. Zwar ohne Namen und ohne bekannte Handynummer. Aber es konnte ja nur Sie sein. Autsch, tief Luft holen, und die SMS immerwieder durchlesen, um den Sinn zu verstehen. Ich verstand ihn und schrieb folgendes zurück: „Danke, glaub mir es war eine schwere Entscheidung, die selbst noch heute weh tut. Ich wünsche Dir auch alles Gute und hoffe Du hast alles im Griff!“ Sie hatte es endlich getan, das was ich mir schon so lange herbeisehnte. Sie hatte mir das Gefühl gegeben, in Ihrem Leben etwas verändert zu haben und das Schönste, Sie hatte es verstanden. Sie bedankte sich bei mir, im richtigen Moment gegangen zu sein, obwohl es mir so sehr weh tat. Sie sah ein, dass es noch viel, viel schlimmer geworden wäre. Das alles las ich darin. Es war nicht umsonst gewesen, es gab einen Sinn!!!!
Und das war es, was endlich dazu führte, dass die Gedanken aufhörten, ich war wieder frei, ich hatte es geschafft. Ich dachte noch ein paar mal über Sie nach, aber aus einer anderen Perspektive, ich bedankte mich in Gedanken, für die auch schöne Zeit mit Ihr, die ich genießen durfte, und es hörte auf, und ich konnte wieder kuscheln, das was ich immer gern in meinem noch jungen Leben tat:
Ich fuhr mit meinem Bruder auf Rhodos, die perfekte Partyinsel. Wie gesagt, wir beide unterwegs, heißt Party mit „Zwillingsbonus“. Am zweiten Abend lernte ich dann ein Mädchen kennen. Wir verstanden uns auf Anhieb und so entwickelte es sich dann auch, dass wir uns küssten. Wir trafen uns am Strand, die ganzen restlichen Tage und kuschelten und knutschten, und kuschelten und knutschten, und: ES MACHTE SPASS. Auch nachts, wenn wir am Strand waren, und die Sache ernster wurde, es machte Spass. Kein einziger Gedanke, nicht ein einziges Mal das Gefühl, das es mich einengte. Ja, so ein ganz kleines bißchen verknallte ich mich auch in meinen Urlaubsflirt. Ob wir uns wieder sehen, das kann ich jetzt noch nicht wissen, aber es würde mich sehr freuen....
Ja, hier ist er wieder der alte Jens. Laßt mich noch ein Fazit ziehen. Es ist jetzt 6 Monate her, dass ich mich von Johanna trennen musste. Es war teilweise eine mental sehr anstrengende Zeit, aber ich wußte immer, dass ich das Licht am Ende des Tunnels erreichen werde. Vielleicht denken jetzt viele von Euch, wieso konnte das denn so lange dauern? Ich versuche es Euch zu erklären. Ich habe oft davon gelesen, dass sich Partner von Borderlinern in eine Abhängigkeit begeben, die sie selber nicht spüren. Ich distanzierte mich immer davon, glaubte das nicht. Aber es war so. Dadurch das man in einer solchen Beziehung von alles Gefühlen, die ein Mensch besitzt, immer die Extreme erlebt, verändert man sich selber. Man ist süchtig nach der extremen Liebe, man haßt die extreme Wut. Einen solchen Menschen zu lieben, kostet enorm viel Kraft, aber es kommt auch sehr viel zurück. Ich hatte mich so verändert, dass ich mich nicht wieder erkannte. Alles was mir mal wichtig war, war relativ. Nur die Erinnerung an die Dinge, die mir im Leben einmal Spaß machten, waren noch da. Meine Freunde bedeuteten mir immer sehr viel, aber in der Beziehung brach der Kontakt fast ab. Immer aus Rücksicht auf Johanna, vertröstete ich sie. Ich habe keine Zeit, meiner Freundin geht's schlecht, der Kleine ist krank. Ich habe mich immer so wahnsinnig schlecht dabei gefühlt. Aber ich hatte mich immer selber getröstet, das wird schon wieder, sei nur noch ein wenig stark, dann wird alles so wie früher. Ich war ein komplett anderer Mensch, aber das muss man auch sein, um eine solche Beziehung „psychisch“ zu überleben. Man darf nicht an die „schöne Zeit“, vor der Beziehung denken, in der man frei war, in der man seine Freunde sehr oft sah, und es einen immer wahnsinnig viel Spaß gemacht hatte. Denn dann wird man verrückt, und hat zu sehr Sehnsucht nach dieser Zeit. Also muss man Schutzmechanismen aufbauen, sich selber überlisten, sich die Monate wie im Zeitraffer vorstellen, nur dann kann man über diese Zeit kommen...
Die Beziehung hat mir trotzalledem viel gegeben. Ich bin verdammt erwachsener geworden. Ich habe viele Kenntnisse, die ich als positiv empfinde. Ich dachte oft, dass ich an den Grenzen meiner Kraft stand, aber ich dehnte sie immer weiter aus. Ich weiß jetzt, wo meine Grenzen liegen, und die sind ziemlich weit dehnbar. Und das Wissen darüber, macht mich noch selbstbewußter, als ich es eh schon war.
Klar habe ich auch Fehler während der Beziehung gemacht. Ich hab manchmal zu sehr auf meine fundamentalen Gefühle gehört, hab mich zu oft von ihr provozieren lassen. Aber deswegen bin ich kein Profi. Ich habe alles gegeben, habe ständig dazugelernt. Ich habe immer alles aus Liebe getan, die Hoffnung war immer da, dass wir ein gesundes Leben führen können, jenseits der Grenzen von Schwarz und Weiß. Jenseits von Liebe uns Haß. Jenseits von Blut und Zärtlichkeit. Ich dachte oft, wir wären so weit gewesen, dachte oft wir hätten es geschafft, aber es war immer ein Irrtum. Vielleicht waren wir in den letzten Tagen wirklich so weit, dass wir es fast geschafft hätten. Die Messerattacke, ist aber Sinnbild der ganzen Beziehung. Wir haben uns selten so gut verstanden, wie in den zwei Tagen zu vor, aber Ihr „Aussetzer“ war nie vorher so heftig gewesen.
Ich weiß nicht, ob ich anderen Menschen Tips geben kann, wenn Sie in einer ähnlichen Situation sind. Vielleicht nur soviel: Gebt Euch auf, ignoriert Eurer Umfeld komplett, macht Euren Partner zu Eurem Herzschlag zu Eurem Atem, und habt keine Meinung, denn dann passieren keine Aussetzer. Wer diese Geschichte wirklich durchgelesen hat, weiß, das jeder der Tips grundfalsch war....es gibt nämlich keinen. Man kann es nie schaffen!!!
Ich werde Sie immer in guter Erinnerung halten, ein kleiner Teil in mir wird sich immer an Sie erinnern. Ich weiß, dass Sie auf dem besten Wege ist, Ihr Leben in den Griff zu bekommen, wenn Sie es nicht schon geschafft hat. Und vielleicht, in ein paar Jahren, treffen wir uns mal zufällig irgendwo, und gehen einen Kaffee miteinander trinken, ich würde mich freuen, wenn Sie dann eine erfolgreiche Frau ist mit einem noch erfolgreicheren kleinen Sohn. Viel Glück dabei.
Ich bin jetzt so weit, wenn die richtige Frau kommt, bin ich wieder bereit für eine Partnerschaft und ich werde versuchen diese Beziehung so gut wie möglich zu führen. Ich bin ja auch schon 24, da sollte langsam mal die Frau fürs Leben dabei sein, oder wenigstens wieder mal eine lange Beziehung, in die man sich fallen lassen kann, und wenn nicht, dann genieße ich eben noch eine Zeit lang mein Leben als Single, was natürlich auch seine schönen Seiten hat.
Vielen Dank fürs Lesen und alles Gute...
Es ist nun mitte Februar. Es haben sich wieder ein paar Dinge in meinem Leben ereignet, und darüber möchte ich euch natürlich informieren......
Wie schon erwähnt, war ich ja mit meinem Bruder auf Rhodos und lernte eben das Mädchen kennen. Der Urlaub mit Ihr war lustig und ich fand Sie auf Anhieb sehr sympathisch. Nur ist jeder Urlaub mal zu Ende. So auch dieser. Natürlich war mir bewußt, das dies nur ein Urlaubsflirt war, aber ich fand es sehr schade. Wir verabschiedeten uns ohne großen Worte, mir wären auch keine eingefallen. Wir tauschten E-Mailadressen aus, da ich Ihr Urlaubsbilder schicken wollte. So saß ich dann im Flugzeug Richtung Heimat und ich merkte, dass ich die ganze Zeit an Sie denken musste. Fand ich schon komisch, war ja nur ein Urlaubsflirt.....
Als ich daheim angekommen war, schaute ich erstmal auf die Karte, wo denn der Ort liegt, in dem Sie wohnt. Ist ja eigentlich gar nicht soooo weit. Naja 220 km Richtung Bodensee.
Noch am nächsten Tag schickte ich Ihr die Urlaubsbilder und bedankte mich dafür, dass Sie mir den Urlaub so versüßt hatte.
Um noch kurz auszuholen. Während des Urlaubs war mein Bruder in einer langjährigen, festen Beziehung. Trotzalledem verbrachte er den Urlaub mit der Freundin meines Urlaubsflirts. Sie heißt übrigens Sonja, enrico´s heißt Yvonne.
Als Sonja aus dem Urlaub zurückkam, schickte Sie mir auch gleich wieder eine E-Mail. So vergingen dann viele Tage, an dem wir uns einfach immer mal wieder eine Mail schickten.
enrico hatte ja eine langjährige Freundin, aber auch Ihm wollte Yvonne nicht aus dem Kopf gehen, so das wir sehr viel darüber sprachen, wie´s denn nun weiter geht. Ich hab genau gewußt, das seine Beziehung sowieso nicht mehr funktionierte. Wir redeten und redeten. Während der Gespräche spürte ich auch auf einmal, das ich Sonja doch wirklich sehr mag, aber ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich denn da noch mal was versuchen sollte. Ich redete mich damit heraus, ich sei der Meinung, Sie hätte eh einen Freund... Hab ich aber nicht wirklich geglaubt! So kam es dann, dass enrico zu Yvonne fuhr, um mit Ihr zu reden. Letztenendes trennte er sich dann von seiner Freundin und war mit Yvonne zusammen! Nur was war mit mir? Ich wußte nicht, was ich wollte.... Jedenfalls schrieb dann Yvonne enrico eine Mail, was denn nun mit Sonja und mir wäre. Daraufhin schrieb er Ihr, ich sei der Meinung Sie hätte einen Freund. Naja und es hat nicht lange gedauert, bis Sie zurückschrieb, Sie hätte keinen und Sie würde sich freuen, wenn wir wieder mal etwas zu viert unternehmen könnten. Das war wohl das Schlagwort dafür, dass ich mich mal langsam entscheiden sollte. Und das tat ich. Warum eigentlich nicht. So schrieb ich Ihr eine Mail, das ich mich freuen würde, wenn wir mal wieder etwas unternehmen würden und setzte noch ein kleines „Küsschen“ unter die Mail. Sie schrieb schnell zurück, dass Sie sich sehr freuen würde, mich wieder zu sehen, und setzte auch ein kleines „Küsschen“ unter die Mail. Somit war das schon mal geklärt. Wir machten etwas für den nächsten Samstag aus. Seit dem Urlaub waren noch keine 2 Wochen vergangen. Es kam der Zufall, das ich Samstag eh geschäftlich in die Richtung musste. Jedenfalls konnte ich in der Nacht vorher, irgendwie nicht richtig schlafen. Zum einen, weil ich was geschäftliches disponieren musste zum anderen aber auch, weil ich ziemlich nervös war. Ich fuhr dann los, und machte mir ziemlich viele Gedanken darüber, wie´s denn werden wird. Mir war klar, das sich daraus eine Beziehung entwickeln könnte, wo ich auch Gefühle entwickeln werde, und das konnte ich das letzte halbe Jahr nicht. Kurz vorm Ziel rief ich Sie an, um mich nach dem Weg zum Treffpunkt zu erkundigen. Ich musst gleich schmunzeln, da Sie doch einen ziemlich schwäbischen Dialekt spricht, der nicht gerade so mega einfach zum verstehen war. So parkte ich dann mein Auto (Transporter!!!) und Sie wartete schon. Als ich Sie sah, war das irgendwie ein seltsames, aber angenehmes Gefühl. Ich kannte Sie ja nur aus dem Urlaub, und das ist ja ein ganz anderes Gefühl, als wenn Sie so richtig in der Realität vor mir steht. Ich wußte auch nicht, wie ich Sie begrüßen sollte. Man kann ja nicht behaupten, das wir schon zusammen waren. Ich gab Ihr ein kleines Küsschen auf den Mund. Sie stieg dann zu mir in meinen dreckigen (peinlich) Transporter und wir mussten einen Parkplatz finden, war gar nicht so einfach. Lustigerweise stand ich dann genau neben enrico´s Transporter (!!!), der schon da war und mit Yvonne in einem Cafe auf uns wartete. Als wir dann zu viert in diesem Cafe saßen, fand ich die Situation sehr süß und mir war klar, das ich sie wollte. Später fuhren wir zu viert in Ihre Wohnung. Da wir irgendwie noch in Urlaubsstimmung waren, fanden sich wirklich genügend Gesprächsthemen, so das uns nicht langweilig wurde. Jetzt küsste enrico die Yvonne. War nix außergewöhnliches, das taten Sie nach dem Urlaub schon ein paar Mal. Nur ich hatte Sonja nach dem Urlaub noch nicht geküßt. Ich wollte warten, bis Sie den ersten Schritt tat. Tat Sie auch, und wir küssten uns! So verging das Wochenende. Ich blieb bis Montag früh. Es hat mir sehr gefallen und ich fand Sie klasse. Die Woche über mailten und simsten wir uns viel. So kam dann auch das nächste Wochenende. Ich musste am Samstag noch bissl arbeiten, aber ich vermisste Sie und wollte Sie sehen. Aber von den Kilometern wars ja schon ein ganz schönes Stücken und auch der Weg war nicht grad der Beste, so das man schon gute 2,5 Stunden brauchte. Da wurde mir schon bewußt, das dies für die Zukunft ganz schön anstrengend war. Aber genau in dem Moment traf ich die Entscheidung, das mich das nicht stören würde. So fuhr ich dann auch zu Ihr. Wieder ein schönes Wochenende. Ich war nun mittlerweile ganz schön heftig verknallt. Ging für meine Verhältnisse ziemlich schnell. Aber wie gesagt, ich fand Sie wirklich süß. Sie war eigenständig, erwachsen, attraktiv und wußte, was Sie im Leben wollte. Und genau so eine Frau wollte ich und hat ich jetzt ja auch. So vergingen die Wochen und wir führten, in meinen Augen eine gute Beziehung und damit war ich zufrieden. Klar, paar Dinge gabs, die haben mich gestört. Ich bin ein sehr verschmuster Mensch, und brauche viele Streicheleinheiten. Damit meine ich jetzt nicht sechs, sondern Wärme. Aber obwohl ich Ihr den Kosenamen „Schmusekätzchen“ gab, war Sie nicht wirklich eins. Klar haben wir gekuschelt, aber nicht so wie ich´s mir vielleicht gewünscht hätte. Zum Beispiel habe ich die Frau, die mit mir ein Bett teilt, gern in meinem Arm und möchte Sie auch in der Nacht spüren. Sie konnt aber so nicht schlafen, naja ist ja auch nicht jederfraus Sache. Sie hat auch ein sehr stressiges Leben, jobmäßg. Macht nebenbei noch Schule und viel Sport. Das heißt, Sie hatte immer erst ab Samstag Abend Zeit. Fand ich schon bissl nervig, die weite Strecke und dann immer erst so spät. Aber das konnte ich natürlich verstehen. Sonst fand ich aber alles in Ordnung und die eben genannten Gründe sind ja auch nicht schwerwiegend.
Ich lernte schnell Ihre Familie kennen. Wir waren oft bei Ihren Eltern beim Essen. Hat sich aufjedenfall angefühlt, wie eine richtige Beziehung. Meine Gefühle waren auch sehr stark. Zweckpessimismus empfand ich nicht. Ich war mir sicher, das klappt auch auf Dauer. Ich liebe meine Naivität!
Jedenfalls waren wir mittlerweile über 2,5 Monate zusammen. Ich musste Freitag geschäftlich nach Ungarn, und machte mit Ihr aus, das ich direkt auf dem Rückweg zu Ihr komme. Das ist zwar ein ganz schöner Umweg, und ziemlich strapaziös, aber für Sie tat ich´s gern. Jedenfalls kam ich dann zu Ihr, freute mich auf Sie. Sie öffnete mir die Tür, gab mir ein halbherziges Küsschen und meinte, Sie wolle sich wieder ins Bett liegen, Sie sei müde. Kein Problem, ich legte mich mit ins Bett. Sie sagte, Sie sei gestern lange mit Freundinnen unterwegs gewesen und heut früh, sei Sie in der Schule gewesen. Ich wollte auch ein bißchen schlafen, ging aber nicht. Ich stand auf, ging duschen, und schaute fern. Sie hatte aber nur 3 Programme. Mir war langweilig ohne Ende. Und so vergingen Stunden. Irgendwann wurde ich hungrig und machte mir etwas in der Küche. Davon wachte Sie auf. Kann nicht grad sagen, mit begeisternder Energie. Wir machten uns was zu essen und schauten fern. Sie wirkte niedergeschlagen, müde, lustlos. Gut, Sie hat einen schlechten Tag, ist ja kein Problem, hat ja jeder mal. Weggehen wollte Sie am Abend auch nicht. Fand ich auch nicht tragisch, dann machen wir halt mal einen gemütlichen Fernsehabend. Nur darunter versteh ich was anderes. Zum Beispiel nebeneinander auf der Couch zu liegen, bissl zu kuscheln und zu schmusen. Das einzige was Sie machte, war Ihren Büroordner zu sortieren und Ihre alten Fotoalben anzuschauen, kann nicht sagen, das Sie mich wirklich beachtet hätte. Ich trank ein paar Bier, hat mich genervt. Jedenfalls gingen wir ins Bett und Sie schlief gleich ein. Der Sonntag war etwas besser. Wir gingen wie immer zu Ihren Eltern zum Essen. Dann musste Sie unbedingt noch ins Internet, wegen Ihrer Lohnsteuerabrechnung etwas recherchieren. Nun kein super-timing. Wir hatten ja noch keine Zeit für uns gehabt. Das dauerte jedenfalls auch ewig. Am Abend gingen wir dann noch mit Yvonne und enrico zum Essen. Das war lustig, und Sie war auch wieder gut drauf. Wir redeten noch miteinander, als wir wieder alleine waren. Ich sagte zu Ihr: „Ich glaube nicht, das du so wenig Gefühl für mich hast, wie du tust.“ Darauf sagte Sie nicht wirklich etwas. Am nächsten Morgen konnte ich noch bissl länger schlafen als Sie. Sie ging in die Arbeit und gab mir noch ein Küsschen, das letzte. Eine Stunde später war ich dann auch wach. Ich lies meine Gedanken schweifen, rauchte sogar eine, was ich früh sehr selten tue. Ich hatte ein komisches Gefühl in mir, lies das Wochenende Revue passieren. Dann sah ich etwas zum Schreiben herum liegen. Das war wie so ein Geistesblitz. Ich dachte mir: Eigentlich will Sie doch gar nicht mehr, das war doch deutlich. Du hast Sie lieb, warum nimmst Du Ihr nicht einfach die Entscheidung ab und schreibst was auf den Zettel. Schreibe: „Ich merke, Du
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