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wieder passieren. Dann wird sich erst rausstellen, ob ich es wirklich geschafft habe, alles zu verarbeiten.
Die schönen Sachen die ich mir Ihr erlebt habe, werde ich nicht vergessen wollen. Ihre Wärme und Ihre Liebe werde ich mir bewahren...
Einen Wunsch habe ich noch, den habe ich mir doch verdient? Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Sie die Kraft hat, Ihr Gefühlschaos zu ordnen und sich aus der Gefangenschaft Ihrer Krankheit zu befreien. Das Sie solange kämpft bis Sie es geschafft hat. Und dann soll Sie einen neuen Partner finden, mit dem Sie so glücklich ist, wie wir es immer sein wollten. Dann werde ich nur noch ein Teil Ihrer Vergangenheit sein, und dann wünsche ich mir, dass Sie noch einmal an mich denkt, und mir in Gedanken „Danke“ sagt, „Danke das du mich auf den Weg gebracht hast, gesund werden zu können“. Das werde ich dann hören, und dann weiß ich, das das alles nicht umsonst war, denn dann wird mein kleines Baby wieder glücklich sein und lachen können. So wie Sie das erste mal gelacht hat, als Sie sagte: „Darf ich Dich ansprechen?“
Ich wünsche Dir alles Glück der Welt, lebe wohl und glücklich,
Dein Jens
Wenn man sich etwas wirklich wünscht, dann wird sich das ganze Universum zusammen tun, und Dir helfen, dass der Wunsch in Erfüllung geht....
Eigentlich müsste diese Geschichte nun zuende sein. Aber großer Zeitsprung nach vorn... Es ist jetzt fast auf den Tag genau 5 Monate her, und ich sitze wieder mal an meinem Computer. Ich wollte dieses Kapitel eigentlich für mich abschließen, und an dieser Geschichte nicht weiter schreiben. Aber viele Freunde haben diese Geschichte bereits gelesen und mir auch Ihre Anteilnahme ausgedrückt, viele haben verstanden, was ich in der Beziehung durchlebt habe. Auch ich habe mir diese Geschichte sehr oft durchgelesen. Ich habe gemerkt, das etwas fehlt, das sie nicht vollständig ist. Ein Grund weiter zu schreiben. Ich habe aber auch gemerkt, das ich nicht vergessen kann, nicht vergessen kann, was passierte. Die Aufarbeitung kommt nicht zum Ende. Gedanken, Gefühle, die kreisen noch oft um das oben geschriebene. Deswegen werde ich wieder schreiben, über meine Gefühle danach. Ich hoffe, dass ich dann dieses Kapitel beenden kann.
Nach 2 Wochen ging es mir wieder einigermaßen, zumindest bildete ich mir das ein. Es gab aber nur ein Thema in meinem Kopf, und das war nicht zu ertragen. Tag und Nacht, Minute um Minute der gleiche Gedankengang. Manchmal belog ich mich selber, und ich redete mir ein, es ginge mir gut, manchmal war ich ehrlich zu mir, ich merkte wie beschissen es mir noch ging. Ich beschloß, Ihr die Sachen noch zu schicken, welche ich noch bei mir hatte. Vielleicht konnte ich ja damit meinen inneren Schlußstrich ziehen. Ich packte alles in einen Karton, legte noch einen Zettel bei, auf dem ich Ihr schrieb, was ich noch alles von Ihr haben wollte. So zum Beispiel sehr viele Klamotten, und vmündlichlendingen Geld, immerhin so ca 800,-- DM. Ich surfte im Internet auf einer Kontaktanzeigenseite. Und was sah ich da? Eine Kontaktanzeige von Ihr. Bei Hobby schrieb Sie: weggehen, Spaß haben. Das machte mich sooo wütend, weggehen, Spaß haben? Ich leide doch, warum Sie nicht. Und ich weiß auch nicht warum, ich redete mir in den Tagen alles schlechte über die Beziehung ein. Ich merkte wie befreiend das war, ich merkte wie dabei der Schmerz nachlies, und das war erleichtern. Ich bildete mir ein, Sie hätte mich betrogen, öfters. So intensiv, dass ich es nun wirklich glaubte. Dabei entwickelte ich so eine Wut, dass ich frei war, frei von diesem Liebeskummer. Am nächsten Tag klingelte das Handy. Sie war dran. Sie meinte, was das sollte, dass ich meine Sachen zurück wollte, ich hätte doch gesagt, ich würde Sie in Ruhe lassen. Ich sagte Ihr, das es mein gutes Recht sei, mein Eigentum zurückzubekommen, dass sah Sie allerdings nicht ein. Sie hätte eh nix mehr, alles weggeschmissen, verbrannt. Ich nutze auch die Möglichkeit, um Ihr zu sagen, was ich über unsere Beziehung dachte, fragte Sie nach Treue, nach Wahrheit. Das schockierte Sie sehr, ich würde alles so hinstellen, als wäre unsere Beziehung eine einzige Lüge gewesen, und zu diesem Zeitpunkt dachte ich das auch. Ich war so kalt zu Ihr, das ich mich selber nicht wiedererkannte, da sprach nicht ICH, da sprach meine verletzte, gedemütigte und geprügelte Seele. Ich forderte Sie auf, mir die ganze Wahrheit über unsere Beziehung per E-Mail zu schreiben, dann würde ich auf mein Geld verzichten. Oh Gott, was tat ich da, ich nutzte das erste mal Ihre Krankheit aus, ich wußte um Ihre Schwachpunkte und um Ihre Ängste. Ich fühlte mich nicht einmal schlecht dabei. Ich fühlte mich überlegen, es nahm mir den ganzen Schmerz, ICH bin jetzt dran!!!! Als das Telefonat beendet war, schrieb Sie mir noch eine SMS: „Ich wollte es dir nicht sagen, aber es besteht der Verdacht, dass ich schwanger bin!“ Autsch, ein Schlag mitten in die Bauchgrube, ein Schlag mitten in meine Seele, ein Angriff auf einen meiner verletzlichsten Punkte. Was hieß das? Sie ist schwanger?!? Nein, das darf nicht sein. Aber Sie würde soetwas nicht einfach schreiben, oder doch als Gegenattacke zu meinen Vorhaltungen? Ich war zu diesem Zeitpunkt wie immer im Auto. Stundenlang rochen, und die Frage, was wäre, wenn dies wirklich so wäre. Ich wußte ganz genau, das ich mich dieser Verantwortung nie entziehen könnte, ich wußte genau, das ich dies nicht ignorieren könnte. Die schlimmsten Stunden meines Lebens!
Und so erreichte mich dann auch Ihre E-Mail. Sie verstand meine Vorhaltungen nicht, die schrieb, dass Sie mich sicher belogen hatte, aber nur um mir nicht weh zu tun, Sie beschrieb Ihre Gefühle, welche Sie zur Zeit hat... Das machte mich nur noch wütender. Jetzt begann ein ekliger Krieg. Tagelang schickten wir uns E-Mails hin und her. Ich wollte alles wissen, es lies mir keine Ruhe, ich war besessen von dem Gedanken, alles wissen zu wollen. Ich nutzte meine ganzen Psychologischen Kenntnisse, die spielte ich aus. Ich drückte Sie mit meinen Worten an die Wand, nutzte die ganzen Register meines Wissens, auch auf Bezug auf Ihre angeblichen Schwangerschaft. Ich wußte, dass Sie es schmerzt, wenn Sie mich wiedersehen würde. Ich schrieb: „Denk daran, wenn du schwanger bist, dann werde ich nie wegsein, ich werde immer gegenwärtig sein. Unser Kind würde Dich immer an uns erinnern, es würde nie aufhören.“ Wie als hätte ich mit diesen Worten etwas ändern können. Ich merkte mit den Tagen, wie ich Sie unter Druck setzte, mit dem Geld was ich unbedingt wollte, mit den Vorwürfen über unsere Beziehung. Ich fühlte mich wie gesagt, überlegen, frei, dominant. Und das war ein sehr befreiendes Gefühl. Ihre letzte E-Mail kam, und ich spürte jetzt was ich da tat. Sie war am Boden, Sie hatte keine Gegenwehr mehr, nutzte sogar Ihren Sohn als Vorwand, dass Sie mir das Geld nicht zurückzahlen konnte. Man bin ich ein ARSCHLOCH, was tu ich da? Wieso nutze ich Ihre Krankheit aus? Das hat Sie niemals verdient! Und die ganze Mauer der seelisches Schutzmechanismen, welche ich mir in den vergangenen Tagen aufgebaut hatte, zerbröckelte. Ich merkte, wie unrecht ich Ihr tat. Ich muss zurück, auf den Pfad der Vernunft. Ich schrieb Ihr gleich eine SMS: „Ich schenke dir das Geld. Ich lasse dich in Ruhe. Sorry, für den Streß. Bitte kämpf dafür, das du gesund wirst und werde glücklich. Alles Glück der Welt“. Sie schrieb zurück „Danke. Ich versuche es, glaub mir. Ich kämpfe dafür. Werde du auch glücklich, behalte es, und paß auf, dass du es nie verlieren wirst...“ Wieder autsch, es tat wieder weh, ich sah mein kleines Baby wieder vor mir. Sie wird jetzt kämpfen, ohne mich. Bitte, bitte schaffe es. Und eine kleine Träne kam zum Vorschein...
Tage, Wochen vergingen. Ja, ich hatte meinen Alltag wieder im Griff. Ich versuchte alles abzuschütteln, wollte alles vergessen. Naiv, das weiß ich jetzt. Aber trotzdem verging kein Tag, an dem ich nicht an Sie dachte, an dem ich Ihr nicht Kraft zuschickte, an dem ich Sie nicht vermisste, an dem ich mich nicht nach Ihr sehnte. Je mehr Abstand ich hatte, desto konkreter wurde meine Betrachtungsweise. Ich lies oft die ganze Beziehung im Kopf ablaufen, die ganzen Ereignisse, alles was ich erlebt hatte, und wie ich mich in der Beziehung verändert hatte. Ich zog Vergleiche. Wenn ich jetzt in den Spiegel schaute, sah ich wieder mich, den gestylten, braungebrannten Jens. Aber wenn ich in mein Inneres schaute, war nix mehr so wie früher. Die Beziehung hatte mich mehr verändert, als ich dachte. Ich würde sagen, ich bin seelisch erwachsen geworden, zu erwachsen. Ich kanns nicht so richtig beschreiben, ich denke, dass es mein Umfeld auch gar nicht mitbekommst, aber meine Gedanken sind ernster als früher, ich denke mehr über die Sachen nach, die ich tue, bin viel weniger spontan als früher.
Ich war bei einem Freund in Nürnberg. Wir gingen was trinken, nicht gerade wenig. Ich amüsierte mich. Wir trafen uns mit Freunden von Ihm, darunter war auch ein Mädchen. Wir flirteten ein wenig, das machte mir Spaß. Irgendwann kamen wir dann auch ins Gespräch. Ich merkte schnell, dass wir auf einer Wellenlänge lagen. Es dauerte nicht lange und ich küsste Sie. Das war ein komisches, wenn auch nicht unangenehmes Gefühl. Es war sehr befreiend, so wie früher. Ich fands klasse, was mich nur noch mehr beflügelte, mehr zu trinken, was ich auch tat. Es war ein richtig lustiger Abend, wir küssten uns den ganzen Abend. Ja, da war er wieder, der kleine Macho in mir, der so lange geschlafen hatte, jetzt war er wieder da. Der erste Schritt, in eine wirklich wieder normale Gedankenwelt? Der Abend ging zu Ende, und Sie fuhr uns nach Hause. Für mich war es gedanklich abgehackt. Ab nächsten Morgen fühlte ich mich gut, klar hatte ich einen Kater, aber ich fühlte mich das erste mal psychisch wieder so richtig gut. Es dauerte nicht lange, und Sie schickte mir eine SMS, was mich schon ein wenig wunderte. Wir hatten in den nächsten Tagen recht viel SMS-Kontakt. Ich dachte mir aber nichts dabei. Ein paar Tage später fuhr ich dann auch zu Ihr. Wir landeten auch im Bett. Es machte eigentlich auch Spaß, aber ich verstand meine Gedanken dabei nicht. Anstatt mich auf Sie zu konzentrieren, schoß mir immer wieder Johanna durch den Kopf. Ja, ich bildete mir ein, Sie wäre es, mit der ich im Bett liege, so intensiv, dass ich es fast glaubte. Es war ein wunderschönes Gefühl, so geborgen und warm wie früher, nur die Illusion hielt natürlich nicht lange. Ich erwachte aus meinem Traum und fühlte Enttäuschung. Da war mir wieder klar, das ich nichts vergessen hatte, das noch alles gegenwärtig ist und das gefiel mir überhaupt nicht. An eine Beziehung zu Ihr hatte ich nicht gedacht, hätte ich auch nie gekonnt. Aber Sie sah das offensichtlich anders. Wie immer, SMS, viele, sehr viele, und natürlich spielte ich mit. Ich mochte Sie wirklich, aber auf eine rein freundschaftliche Art
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