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Nerven nicht verlieren. Ich zog Sie an mich rann, hatte Sie immer fester, bis Sie wieder in meinen Armen lag. Sie umarmte mich so fest, in dem genauen Wissen, was gerade passiert war, in der immerwiederkehrenden Ohnmacht, nichts daran ändern zu können, und in der Verzweiflung. Aber ich gab Ihr Kraft mit meiner Wärme. Das ich aber so sehr fror, das ich meinen Körper schon fast nicht mehr spürte, war egal. Sie bat mich zu Ihrem Sohn zu gehen, Sie hatte ein zu schlechtes Gewissen. Das tat ich auch. Er war in seinem Zimmer, verstört, spielte. Ich redete mit Ihm, sehr einfühlsam. Versuchte Ihm zu erklären, was da passiert war. Erklärte Ihm, warum seine Mama manchmal zum Doktor muss. Versprach Ihm, dass ich immer auf seine Mama aufpassen würde. Bis ich wieder das Lächeln in seinem Gesicht sah. Er lief zu seiner Mama, beide umarmten sich und weinten, ich hatte wieder meine Aufgabe erfüllt.... Meine Gefühle in solchen Situationen sind immer die gleichen. Hilflosigkeit, Ohnmacht, Wut, Verständnis. Alles gemischt und keines der Gefühle will recht dominieren. Auf der einen Art könnte ich schreien, Sie soll aufhören, aufhören mich um den Verstand zu bringen, aufhören mich immer wieder in gefährliche Situationen zu bringen, aufhören zu bluten... aber ich weiß, Sie macht es ja nicht vorsätzlich. Sie möchte mich nicht provozieren... Meine Gefühle fallen und steigen immer mit den Ihren. Sobald Sie sich wieder beruhigt hat, dauert es nicht lange und ich bin auch wieder ganz ruhig, wie als wäre nichts geschehen. Wie als hätte Sie sich gerade nicht mal wieder versucht umzubringen, wie als hätte Sie sich nicht gerade wieder am ganzen Körper verletzt, wie als hätte Sie gerade nicht mal wieder auf mich eingeprügelt.. Dir bleibt auch gar nichts anderes übrig, als Situationen schnellstmöglich zu bereinigen. Bei der Fülle, manchmal stündlich, manchmal täglich. Oft kletterte Sie aufs Dach, drohte los zu lassen. Erpresste damit immer wieder Zugeständnisse, die ich Ihr machen sollte. Wir telefonierten täglich, mehrere Stunden. Dabei rastete Sie oft aus. Selbstmorddrohungen waren der Alltag. Wie oft legte Sie nach einer Drohung den Hörer auf, wie oft machte ich mir unmenschliche Sorgen, wie oft??? Die Wochen vergingen, und es lief immer auf die gleiche Weise ab. Extreme Liebe, extreme Abwertung. Es wurde immer schlimmer. Ihre Aggressionen nahmen ständig zu. Irgendwann einmal vereinbarten wir, dass Sie sich weniger Aufschneidet, dafür aber Ihre Aggression an mir auslassen darf. Ich dachte ich könnte damit leben. Aber Sie kannte kein Maß. Ich hatte mit der Zeit Kratzer und Bisse am ganzen Körper. Sie begann mich zu würgen. Ich versuchte mich immer im Zaum zu halten, aber natürlich habe ich auch meine Schmerzgrenze. Wenn diese überschritten war, musste ich mich natürlich wehren. Ich versuchte immer Ihr dabei nicht weh zu tun, aber das gelang mir natürlich nicht immer. Mittlerweile hatte Sie mehrere Therapeuten, Psychologen und Neurologen besucht. Von jedem kam eine andere Diagnose. Manche machten Ihr Hoffnung manche zerstörten diese. Ich wußte nun alles über diese Krankheit, habe sehr viel darüber gelesen und stellte für mich die Diagnose „Borderline“. Irgendwann war es dann so weit, dass ein Arzt die selbe Diagnose stellte und Ihr riet eine stationäre Therapie in einer Klinik zu machen. Sie begann Angst zu bekommen, Angst vor der Klinik. Je näher der Termin, desto schlimmer wurde Ihr Empfinden. Ich kann mich noch gut an folgende Situationen erinnern: Es war an einem Wochenende. Wir wollten zum Schwimmen fahren. Ihr kleiner Sohn war auch dabei. Irgend etwas passierte, ich weiß nicht mehr was, und sie rastete vollkommend aus. Sie wollte das ich meinen Wagen anhielt, was ich auch tat. Sie rannte aus dem Auto, Richtung Bundesstraße. Ich wußte nicht was ich tun sollte. Ihr Kind war ja noch im Auto. Ich rannte Ihr hinterher. Appellierte an Ihre Vernunft als verantwortungsvolle Mutter. Aber das brachte Sie noch mehr in Rage, da Sie Ihre Unfähigkeit in diesen Momenten spürte. Sie rannte abermals davon. Plötzlich sah ich wie ein anderes Fahrzeug ein riskantes Wendemannöver auf der Bundesstraße machte. Er hielt neben uns an, und fragte ob alles in Ordnung sei. Sie dachten wahrscheinlich, ich will Sie vergewaltigen, oder sonst wie bedrohen. Ich versuchte die Situation zu erklären. Sie fuhren weiter. In dem Moment lief meine Freundin wieder davon. Ich hielt das fremde Fahrzeug, welches noch nicht allzuweit entfernt war auf, und erklärte kurz die Situation. Ich sagte Ihnen meine Freundin habe psychische Probleme, und stehe kurz vor der Einweisung in eine Klinik. Ich bat die Insassen, ob sie nicht kurz auf Ihren Sohn, welcher immer noch verängstigt im Wagen saß, aufzupassen. Sie bejahten. Ich meiner wutentbrannten, selbstmordbegehenden Freundin hinterher. Ich holte Sie bald ein. Sie war völlig apathisch. Ihren Sohn hatte Sie vollkommend vergessen. Ich versuchte Sie zu beruhigen, redete auf Sie ein. Sie wollte immer nur zur Straße, sich umbringen. Wie immer in solchen Situationen machte ich auch den Fehler, zu sehr auf meine Wut zu hören, und setzte Sie unter Druck, endlich damit aufzuhören, was alles nur noch mehr verschlimmerte. Irgendwann beruhigte Sie sich. Ich erklärte Ihr, Sie brauche sich nicht um Ihren Sohn zu kümmern, da andere Leute auf Ihn aufpassten. Das beruhigte Sie noch mehr. Sie lief zum Auto und zu Ihrem Kind. Ich wartete abseits. Sie redete mit den anderen Leuten, welche dann in meine Richtung fuhren. Sie fragten, ob Sie mich noch wo hin bringen könnten. Ich verneinte, und bedankte mich höflich, und sagte zu Ihnen, das ich es gut finde, das es noch Menschen mit dieser Zivilcourage gibt. Sie verabschiedeten sich, und fuhren nun endgültig. Mittlerweile waren meine Beiden auch wieder bei mir. Ich setzte mich zu Ihnen ins Auto, und wir fuhren zum Baden. Sie fragte mich dann, ob ich nicht lieber nachhause fahren möchte. Ich blieb und hatte mich auch wieder beruhigt... Es ist unglaublich, aber man kann selbst in solchen Situationen eine gewisse Routine entwickeln. Es gäbe noch dutzende von ähnlichen Geschichten, die alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Aber jedesmal lief alles nach dem gleichen Schema ab. Sie regte sich über eine Begebenheit auf, es eskalierte, führte zu Selbstverletzungen an Ihrem Körper, zu Selbstmorddrohungen und –versuchen, zu Agressionsattacken, bei denen Sie wie blind auf mich einprügelte, und versuchte mich zu erwürgen. Immer wieder bemühte ich mich im Zaum zu halten, mal gelang es mir und mal eben nicht. Manchmal war Sie das kleine, hilfeschreiende Baby, was auf meinem Arm lag und meine Liebe aufsog, einanderes mal, der wilde Stier in einer Kampfarena, und ich war das rote Tuch. Diese beiden Extreme konnten sich von Minute zu Minute ändern, je schlimmer es Ihr ging, desto öfters am Tag. Sie machte mir Vorwürfe, ich sei an allem Schuld, da ich Sie immerhin über Ihre Krankheit informiert hätte, ohne mich wäre es nie so weit gekommen. Natürlich hat Sie da recht, aber ich bin trotzdem der Meinung, das es richtig war. Denn jetzt konnte Ihr vielleicht jemand helfen, ein normales Leben zu beginnen. Ihre Vergangenheit ist geprägt von Unregelmäßigkeiten, Orientierungslosigkeit, Unselbständigkeit. Ein einziges Chaos. Das muss geordnet werden! Der Tag der Einweisung ins Krankenhaus rückte näher, Ihre Angst und damit Ihre Unlust zu Leben, wurden immer größer. Sie verteufelte den Tag, ich wurde aber immer erleichterter. Nicht weil ich Sie dann weniger sehen werden, nein, weil ich einen Teil der Verantwortung abgeben konnte. Das nicht der ganze Ballast auf meinen Schultern liegt, sondern das Ihr dort geholfen würde, und Ihr Leben nicht mehr in Gefahr ist. Nun war es soweit. Ich fuhr Sie in die Klinik. Sie war auf der Fahrt sehr ruhig. Sie tat mir endlos leid. Wir waren angekommen. Wir hatten noch 10 Minuten für uns. Aber die wollte Sie glaub ich gar nicht. Wir verabschiedeten uns kurz, ohne große Gefühle. Sie hasste mich in dem Moment, das ich Sie dahin brachte.... An den nächsten Tagen merkte Sie, das es gar nicht so schlecht war, und nun ist Freitag und ich sitze alleine vor meinem Computer, und schreibe an der Geschichte. Morgen werde ich zu Ihr fahren, mal schauen was mich erwartet. Auf jedenfall wird ein neues Kapitel beginnen. Ich hoffe weiter, und werde alle nötige Kraft aufbringen, bis ich das Licht am Horizont erreicht habe..... Die Wochen in der Klinik verstrichen wie im Fluge. Wir sahen uns nicht oft. Aber es wurde zusehends besser. Oft schlief ich von Samstag auf Sonntag im Auto, nur um wieder ganz früh bei Ihr sein zu können. Ich freute mich über jede Minute, die ich mit Ihr verbringen konnte. Und ich sah Fortschritte. Ihre Aggressionen nahmen ab, und Ihre Art über mich bestimmen zu wollen, verringerte sich um ein erträgliches Maß. An den Tagen an denen wir bei Ihr waren, war es meistens schön. Sicher, für einen Mann der in einer „normalen Beziehung“ steckt, wäre es immer noch Horror gewesen, aber für mich war es meistens die reinste Erholungskur. Ich war so stolz auf mein kleines Mädchen, dachte Sie hätte es besiegt. Dachte wir beide hätten gewonnen... Sicher kam es immer wieder zu Rückschlägen. Sicher auch wieder zu Selbstmorddrohungen. Sicher verletzte Sie sich auch wieder. Aber insgesamt ging es Ihr erheblich besser. Ziemlich zum Ende der Therapie, besuchte ich mit Ihr gemeinsam eine Therapiestunde. Wir redeten über unsere Probleme. Ich war der Meinung es hätte uns weiter gebracht. Das Ende Ihres Klinikaufenthaltes rückte immer näher. Das letzte Wochenende hatte begonnen. Ich verbrachte die letzte Nacht im Auto. Ich freute mich wie ein kleines Kind. Ich dachte wir könnten von Neuem anfangen. Ich war unheimlich stolz auf Sie, aber auch auf mich. Ich hatte Sie auf dem schweren Weg begleitet. Haben wir die Chance wirklich glücklich zu werden? Haben wir Sie? Es gibt einen Spruch, den habe ich mir so oft ins Gedächtnis gerufen: Wenn man sich etwas wirklich wünscht, dann wird sich das ganze Universum zusammen tun, und Dir helfen, dass der Wunsch in Erfüllung geht.... Die nächsten zwei, vielleicht drei Wochen waren wir glücklich. Ich freute mich, nach einer stressigen Arbeitswoche zu Ihr zu fahren. Ich freute mich auf Ihre Nähe, Ihre Wärme. Und die konnte Sie mir geben. Ich war glücklich. Ich hatte trotzdem immer Angst, vor der Enttäuschung, wenn es wieder anfangen sollte, schlimmer zu werden, und es fing wieder an, es wurde schlimmer als vorher. Kaum merkte Sie, dass Sie die Unterstützung der Klinik nicht mehr hatte, kamen viele Verhaltensweisen von früher wieder durch. Mein Leidensweg begann, aber jetzt erst richtig. Alle Aggressionen die Sie früher gegen sich gerichtet hatte, richtete Sie jetzt gegen mich. Sie prügelte immer öfter wie wild auf mich ein. Weh tat mir das nie, Sie ist ja ein kleines Mädchen. Aber mein Körper war gezeichnet von Biss und Kratzwunden. Sie brauchte die Kontrolle über mich, für Ihr überleben. Sie wollte jede Minute wissen was ich tue, bin ich in meinem Zimmer, esse ich gerade, trinke ich gerade etwas, dusche ich. Für Sie war das alles so wichtig, das es für Sie nicht zu ertragen war im Unklaren darüber zu sein, was ich gerade mache. Wir telefonierten nur noch, Tag und Nacht. Soweit ich halt zu Hause war. Und wenn nicht, dann gibt es ja noch Handies. Jeden Monat hatte ich eine Handyrechnung um die 300,-- DM. Ich merkte es zu dem Zeitpunkt nicht, aber ich verwahrloste irgendwie. Physisch und Psychisch. Jede Minute meines Lebens drehte sich nur um Sie. Nein, jede Sekunde. Ich liebte Sie unmenschlich. Ich half Ihr, immer wieder sich zu beruhigen. Jeden Aussetzer von Ihr lies ich über mich ergehen. Mittlerweile bedrohte Sie mich sogar mit Gegenständen, schlug mit Sachen nach mir. Sogar mit Messern bedrohte Sie mich. Sie hatte wahnsinnige Angst vor Menschen, vmündlichlendingen vor meiner Familie und vor meinen Freunden. Sie hatte so große Angst, dass Sie mich wegen Ihnen verlieren könne. Wenn wir beide nicht mehr konnten, weinten wir gemeinsam, eng umschlungen. Sie sagte dann immer: „Baby, ich will nicht krank sein. Bitte helfe mir!“ Nur wie sollte ich das tun. Meine Kräfte verließen mich stetig. Ich wußte nicht mehr was ich tun soll. Nicht für mich und nicht für Sie. Sie ist doch so ein guter Mensch, wenn es Ihr gut geht. Sie würde doch alles für mich tun. Sie meinte oft, Sie könnte sich doch einfach umbringen, dann müsste ich nicht mehr leiden. Sie wußte wie es mir geht, aber Sie konnte doch nichts dagegen tun. Wenn es Ihr wieder wahnsinnig schlecht ging, setzte ich mich einfach ins Auto und fuhr ein paar Runden durch die Gegend. Das brachte uns beide immer wieder etwas runter. Oft genug putzte ich die Küche, nur um meine Ruhe zu haben. Meine Gefühle zu Ihr änderten sich nicht, immer dachte ich, es könnte weiter gehen. Mit den Wochen dachte ich aber immer mehr nach. Über mein Leben, wie es früher war, und was aus mir geworden ist. Ich schaute oft in den Spiegel. Sah mich, wie schlecht ich eigentlich aussah. Früher immer braungebrannt und gestylt. Und jetzt, unrasiert, blaß und unglücklich. Ich erkannte mich oft nicht wieder. An was sollte ich noch glauben. Ich liebte Sie so unendlich, so tief und innig, das auch das nicht mehr gesund sein konnte. Wie als hätten wir nicht genug Probleme, kam noch ein weiteres dazu. Ihr Kind war so wahnsinnig eifersüchtig auf mich geworden. Wir hatten keine Minute mehr für uns. Selbst nachts passierte es immer öfter, dass ich im Kinderzimmer schlief. Entweder weil Sie mich gerade nicht ertragen konnte oder der Kleine. Ich mußte auf Beide Rücksicht nehmen. Die Abende verbrachten wir mittlerweile nur noch vorm Fernseher. Oft trank ich ein paar Bier. Meine kleine Familie schlief schon längst. Ich schaute die Beiden an, wie sie aneinandergekuschelt so vor sich hin schnarchten. Eigentlich süß. Aber mein Leben? Ich vermisste meine Freunde so sehr, ich sehnte den Tag herbei, an dem ich einfach mal ein Bier mit Ihnen trinken konnte. Auch meine Mutter hatte ich schon seit Monaten nicht gesehen. Und das alles nur aus Rücksicht zu Ihr. Weil Sie es nicht ertragen hätte. In den Wochen, die vergingen, spürte ich immer deutlicher, wie sehr ich mein Leben vermisste. Auf der einen Seite liebte ich Sie, und konnte mir ein Leben ohne Sie nicht mehr vorstellen, auf der anderen Seite konnte ich die Situation nicht mehr ertragen. Ich habe auch außerhalb der Beziehung ein sehr stressiges Leben. Das würde für Andere schon reichen, zu verzweifeln. Die Kombination aber, würde wohl niemand aushalten. Ich hätte nie gedacht, das diese Beziehung einmal enden würde, aber es mußte wohl so weit kommen... Jedenfalls fing alles damit an, dass ich immer öfter über eine Trennung nachdachte. Mein Verstand sagte mir, dass ich nicht die Kraft aufbringen konnte, die für die Beziehung notwendig wäre. Aber ich wehrte mich dagegen. Ich wollte es nicht wahr haben. Mein Herz dominierte. Meine Gefühle für Sie waren immer extrem stark. Ich versuchte immer wieder neue Hoffnung zu finden. Bei den ewigen Nächten auf den Autobahnen Europas hat man allerdings viel Zeit zum nachdenken. Vielleicht zu viel. Meine Gedanken drehten sich immer nur um das gleiche Thema. Nächte lang. Wenn ich etwas in dieser Beziehung gelernt hatte, dann war es meine Gefühle und Gedanken sehr konkretisieren zu können. Ich möchte das kurz schildern: Ich bin nicht mehr ich. Der Teil von mir, welcher meinen Charakter bestimmt, ist tod. Manipulation und Angst um Sie bestimmen mein Denken und Handeln. Ich nehme mein Umfeld nicht mehr war. Gefangen in sich immer wiederholenden Gedankengängen. Ich bin in einem Spiel die Figur die nicht selber spielen kann. „Schluß“ war in unserer Beziehung oft. Aber nie hat es einer von uns wirklich ernst gemeint. Es war immer das gleiche Schauspiel. Wir stritten uns, sie rastete aus. Ich fuhr. Allerdings war es dann immer so, dass ich eine halbe Stunde später wieder bei Ihr war. Wie oft soetwas passiert war, kann man nicht mehr zählen. Jedenfalls stritten wir uns wieder am Telefon und Sie machte abermals „Schluß“. Diesmal nahm ich es ernst. Irgendwie fühlte ich mich erlöst. Am nächsten Tag rief Sie an, wie immer, als wäre nichts gewesen. Nur diesmal blieb ich hart. Sie weinte und legte auf. Aufeinmal passierte in mir etwas, was man nicht beschreiben kann. Ich war im Auto unterwegs, und aufeinmal zog mir jemand den Boden unter den Füßen weg. Jemand stieß mir einen Dolch mitten in mein Herz. Der Schmerz wurde körperlich. Ich konnte nicht mehr atmen. Ich bin dann sofort am nächsten Parkplatz rausgefahren. Ich wahr so am Ende, das mein ganzer Körper brannte. Sehnsucht machte sich in mir breit, wie ich sie noch nie empfunden hatte. Ich wollte zum Handy greifen und alles wieder rückgängig machen, aber ich konnte mit letzter Kraft noch widerstehen. Irgendwann fuhr ich dann wie in Trance weiter. Immer wieder hielt ich an. Immer wieder die gleichen Gefühle: Sehnsucht, Enttäuschung, Wut, Liebe und vmündlichlen tiefe Trauer. Es kam wie es kommen mußte. Sie rief an, und fragte mich, was Sie tun müßte, dass alles wieder so wird wie früher. Mein kleines Baby war wieder am Telefon, und es tat gut. Der Schmerz war weg. Der Schmerz, der mich in den letzten zwei Stunden fast den Verstand gekostet hatte. Ich sagte Ihr nur ein paar oberflächliche Dinge, die Sie verändern müsse. Sie willigte sofort ein. Sie lachte so süß am Telefon und freute sich wie ein kleines Kind. Wir fingen an zu weinen. Zu groß war die nervliche Anspannung. Es war wieder alles in Ordnung. Kaum legte Sie auf, fühlte ich etwas seltsames. Auf der einen Seite Erlösung darüber, das der Schmerz weg war, auf der anderen Seite allerdings, Enttäuschung darüber, dass ich es wieder nicht geschafft hatte..... So vergingen zwei Tage an denen wir uns nicht stritten. Freitags fuhr ich dann zu Ihr. Ich habe mich wirklich gefreut Sie zu sehen. Als Sie mich begrüßte, wirkte Sie so glücklich, mich wieder zu haben. Sie knuddelte mich und war so lieb. So lieb wie schon lange nicht mehr. Sie bemühte sich. Genau diese Frau liebte ich so endlos. Das liebe zärtliche  

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