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Liebesgeschichte „Das war wohl wirklich nicht das super Gespräch. Vielleicht können wir uns ja morgen noch mal treffen. Meld dich einfach bis Mittag.“ Darauf sie: „Ja gerne, ich melde mich.“ Was sie zu meinem Erstaunen auch tatsächlich tat, und das pünktlich um die Mittagszeit. Sie meinte, sie gehe noch ins Training, dann können wir uns treffen. Am Nachmittag telefonierten wir dann, und wir verabredeten uns im Cinecitta um 16.00 Uhr. Sie meinte noch: „Aber du kommst auch, nicht das du mich versetzt, weil ich am Wochenende nicht gekommen bin.“ Fand ich schon lustig, ich sagte darauf, sie müsse mich wohl besser kennen, um zu wissen, das ich sicher komme. Das bejahte sie. So fuhr ich dann los um mich erstmal heftig zu verfahren. Ich war einfach zu K.O. von den letzten 5 Tage alloloexzess. Konnte mich absolut nicht mehr konzentrieren. Glücklicherweise, schrieb sie dann, sie würde sich 15 Minuten verspäten. Ich hasse es nämlich unpünktlich zu sein. Natürlich kam sie erst 16.30 Uhr, irgendwie bezeichnend für sie. Das gab mir aber noch die Möglichkeit, konkret nachzudenken, in welche Richtung das Gespräch gehen sollte. Auf gar keinen Fall, wollte ich sie zurückgewinnen. Das meine ich wirklich so. Ich entschloß Taktik: „Entwaffnende Ehrlichkeit“ anzuwenden. Das funktioniert immer, denn wenn man Ehrlichkeit will, muss man erstmal welche geben. Ich war auch diesmal nicht nervös, sondern ziemlich cool, so wie ich mich kenne. Sie kam, ich gab ihr ein Küsschen auf die linke Wange. Schön cool bleiben. Wir setzen uns in ein Cafe um erstmal ganz oberflächlich miteinander zu quatschten. Das konnten wir ja schon immer. Bla, Bla, Bla. Warum ich mich denn hier im Cinecitta treffen wollte? War wohl eine kleine Anspielung darauf, dass wir hier auch unseren ersten Kaffee tranken. „Reiner Zufall, das ist das einzige, was ich in Nürnberg kenne“, entgegnete ich. Jetzt wurde es langsam Zeit, das Gespräch in die gewünschte Richtung zu lenken. Nur wie, nicht mit der Tür ins Haus fallen. Es wurde Zeit, das ich jetzt mal meine psychologische Ader wieder raus packte. Vollkommend aus dem Sinnzusammenhang fing ich mal an zu lächeln, was dann zu einem leichten Lachen wurde. Die gewünschte Reaktion kam, sie frage mich, warum ich denn jetzt lache....“Ich finde die Situation schon komisch. Du nicht? Ne, es ist einfach so, ich würde es gern verstehen. Ich empfand die ersten Zwei Wochen als sehr positiv und dein Verhalten ist nicht logisch. Ich verstehe es nicht.“ Darauf sie: „Ich hoffe, du willst es verstehen, denn sonst.....“ Sie hob dabei leicht ihre Hände, was Bewegungspsychologen sicher als abwehrende Haltung gesehen hätten. Ich wußte ganz genau, was sie mir damit sagen wollte. Haben wir da ein kleines Posttrauma? Ich möchte nicht weiter darauf eingehen, aber ich mag es nicht, wenn mich Frauen mit ihrer Vergangenheit gleichsetzten. Außerdem musste ich ihr das Vertrauen geben, es einfach nur verstehen zu wollen, und sie nicht zurück haben zu wollen. Sonst wäre das Gespräch von vornherein umsonst gewesen. Ich sagte ihr mit einem fast schon ironischen Lachen: „Nein, da brauchst du wirklich keine Angst zu haben. Weißt du, solche Situationen hab ich schon mehr als einmal erlebt. Wir waren 2 Wochen zusammen, dann kann man das doch akzeptieren. Ich war wohl nicht ganz ehrlich zu dir. Ich habe dir mal gesagt, das ich erst 3 Freundinnen hatte, das war schon so richtig, aber dazu gab es natürlich noch ne Menge Affären. Du bist zum Beispiel schon meine 3. Freundin in Nürnberg. Ich hab da schon eine gewissen Routine.....“ Das musste ich sagen um nicht als armer, kleiner Jens dazustehen, dessen Gefühle nicht erwidert wurden. Sie begann nun zu erzählen, ich versuchte so genau wie möglich hinzuhören. „Ich bin sehr enttäuscht von meinem Verhalten. Ich hätte nie gedacht, das ich mich so verhalten kann. War aber so. Ich habe am Wochenende einfach alles verdrängt, hab nicht darüber nachgedacht.“ sagte sie, in einem sehr überzeugendem Ton. „Sachen verdrängen, das ist auch eine Möglichkeit mit soetwas umzugehen“ entgegnete ich darauf. Ich holte uns erstmal einen Kaffee, den ich natürlich bezahlte. Ich wollte mal was testen. Ich trinke ja meinen Kaffee immer schwarz, das weiß sie auch. Da sie ja so eine „ÖKO-Ernährerin ist“ mag sie keine Milch und keinen Zucker im Kaffe. Ich schüttete in meinen Kaffe soviel Milch und Zucker wie möglich um ihre Reaktion zu testen. Und schon fast kindlich naiv, sprang sie darauf an. „Schau, so einen Freund hätte ich eh nicht haben können, das darf man ja jetzt sagen.“ Klar, wenn man über sein eigenes Handel enttäuscht ist und versucht, alles zu verdrängen, dann versteht man ja seine eigenen Gründe nicht, und nimmt dann jeden sich bietenden, also auch den Kaffee. Aber diesen kleinen Triumph gönnte ich ihr natürlich nicht. Also entzog ich ihr die Grundlage und meinte, das dies nur eine kleine Energiebombe sei, sie wisse ja, ich trinke den Kaffe immer schwarz. So redeten wir dann über uns. Alles was ich sagte, sagte ich sehr bewußt und kontrolliert. Ich kann solche Gespräche wirklich gut führen. So kamen wir dann auch dazu, über meine Gefühle zu sprechen. Jeder Mann hätte jetzt wahrscheinlich den Macho gespielt, und hätte das als kleine Affäre heruntergespielt, aber so nicht ich. So ehrlich wie ich bin, meinte ich zu ihr: „Natürlich gibt es einen Unterschied zu meinen anderen Affären. Ich hab mich noch nie so schnell in ein Mädchen verliebt, wie in dich. Du hast mich schon sehr fasziniert. Ich könnte jetzt sagen, es hätte schön mit uns werden können, ich könnte jetzt sagen, ich hätte mir mehr davon erwartet. Aber ich sage es nicht. Du wirst deine Gründe für deine Entscheidung haben, und selbstverständlich kann ich diese akzeptieren.“ Soviel zum Thema, entwaffnende Ehrlichkeit. Das hatte sie mit Sicherheit nicht erwartet. Dann begann sie auch zu reden, über Gründe, warum, wieso, weshalb. Kennt ihr das, wenn Frauen viel reden, aber nichts sagen? So ähnlich habe ich es empfunden. Die Gründe sprudelten nur so aus ihr heraus. Nur das ich ihr keinen wirklich geglaubt habe. Aufjedenfall stellte sie es so hin, als wäre der Entschluß schon vor 3 Wochen gefallen. Aber ich erinnerte mich, wie Chudi mir am Montag folgende Geschichte erzählte: Chudi war mit Vicky und Christin in der Rockfabrik. Als sie die Disco verliesen, nahm sie eine Telefonnummer, welche sie von einem Typ erhalten hatte, und zeriß sie vor Chudi, mit dem Kommentar: „Das kannst du ja Jens sagen....“ Sehr logisch meinem Freund zu suggerieren, was sie doch für eine treue Freundin sei, wenn ihre Entscheidung schon seit Wochen gefallen war. Hatte sie nicht in ein paar Sätzen vorher erzählt, das sie am Freitag aufgewacht sei, und wußte sie könne nicht nach Ingolstadt kommen. Das wußte sie erst am Freitag, obwohl ihre Entscheidung schon Wochen vorher gefallen war. Hatte sie mir nicht gerade erzählt, das ich ja doch sehr viel über sie wisse, und das sie es dieses Wochenende bereut hatte, soviel über sich erzählt zu haben. Das bereute sie erst an diesem Wochenende, warum nicht an den beiden vorher? Was ich damit sagen will, sollte euch ja klar sein. Analyse folgt später.... Und immer wieder kam das Gespräch auf Vicky. Immerwieder machte sie Vicky zum Thema, obwohl es nicht in den Gesprächsverlauf passte. In dem Moment wußte ich nicht, warum sie das tat, das wurde mir erst später klar. Sie meinte zum Beispiel, sie hätte sich gewünscht, das Vicky mir erzählt hätte, das sie keine Beziehung will. Sehr logisch, wenn Vicky mir noch am Freitag erzählt, das Christin mich mag, und schon denkt, wir sind zusammen. Sehr logisch. Dann sagte sie: „Ich such mir nie wieder einen Freund, der mit einer Freundin befreundet ist.“ Wo war hier denn die Logik? Was hatte sie denn für ein Problem damit, das ich mit Vicky befreundet bin? War sie etwa eifersüchtig? Und so war das ganze Gespräch weiter unlogisch. Aber ich hab sie einfach reden lassen. Sie sagte zum Beispiel, sie hätte sich das so gedacht, das ich eh nur 2-3 mal die Woche anriefe, und das wäre ja nicht so schlimm. Aha, was soll dann dieses liebe gequatsche? Sowas kann man ja auch anders regeln. Das sagte ich ihr auch: „Das hättest du auch einfacher haben können. Zum Beispiel mit Ehrlichkeit. Oder wolltest du Rücksicht auf meine Gefühle nehmen?“ Darauf sagte sie eigentlich nichts. Ich hatte das Gefühl, das sie alles zum Grund machte, nur um endlich einen zu finden. „Ich hab da auch einen Typen kennengelernt. Mit dem war natürlich nichts, und wird auch, wahrscheinlich, nichts sein, aber wenn man andere Männer kennenlernt, dann kann da ja was nicht stimmen.“ Mädl, bleib mal auf dem Teppich. Wie war das mit Gefühlen nicht verletzten. Die Situation nutzte ich schon mal dazu, um ihr zu erzählen, das ich in den letzten 3 Wochen, 3 Körbe verteilt hatte. Darauf meinte sie: „und, jetzt bereust du es?“ „Nein, ICH brauch sowas nicht für mein Selbstbewußtsein.“ entgegnete ich. Und wieder kam sie auf Vicky. „Es war doch eh so, das dir Vicky alles über mich erzählt hat und du bestimmt auch mit ihr über mich geredet hast“, sagte sie mit einem fast schon verbitterten Ton. Ich begriff langsam, was sie wollte. Um das sicher zu wissen, wieder ein kleiner Psychotrick, der sich Grundlagentzug nennt. Ich sagte: „Paß mal auf, Vicky hat mir nichts über dich erzählt, ich hätte mir manchmal gewünscht, es wäre so gewesen, und wenn sie mir etwas erzählt hätte, das würde ich dir das jetzt sagen. Du weißt, ich bin sehr ehrlich.“ Das mit der Ehrlichkeit hatte ich ihr von vornherein eingetrichtert, das kam mir jetzt so gute. „ehrlich?“ sagte sie zu mir. „Ja!“ Klar, hätte ich das nicht getan, und Vicky hat mir ja auch die eine oder andere Kleinigkeit über Christin erzählt. Aber da das mit Sicherheit ein Hauptgrund für sie war, wollte ich ihre Reaktion testen, indem ich ihrem Grund die Grundlage entzog, und ihr suggerierte, sie wäre mir wichtiger gewesen als Vicky. Prompt hats auch funktioniert. Sie hatte jetzt so einen traurigen Blick und starrte in die Luft. Ich lies sie eine Minute, und meinte dann, ob sie eingeschlafen wäre. Haben wir da vielleicht nachgedacht? Ich hatte schon das Gefühl, das Gespräch nahm jetzt eine andere Richtung. Sie war aufeinmal wieder so lieb, was mich aber kalt lies. Sie fing an in meinen Haaren zu spielen, das machte sie in den ersten beiden Wochen oft, sie meinte immer das gefalle ihr. Hallo, was soll der Quatsch? Also, dann mal testen. Ich machte einen kleinen Spaß und meinte, da mir mein (geri´s) kurzes Hemd grad übe den Bizeps rutschte, das ich schon gern bissl mehr Muskeln hätte. Darauf sie: „Also mich stört das nicht. Hauptsache du fühlst dich wohl.“ Also bitte, wäre auch schlimm, wenn das dich, als meine Ex-Freundin stören würde. Ich meinte, ich müsse mich wieder mal rasieren. Hatte doch einen ziemlich dichten Bart. Darauf sie: „Nein, warum, das steht dir sehr gut.“ dabei streichelte sie mir zärtliche meine Wangen. Was soll jetzt das Honiggeraspel? Wir führen hier gerade ein klärendes Gespräch und kein Seminar zum Thema: „Wie kann ich Komplimente machen.“ Dann meinte sie, sie hätte heute extra wegen mir ihren Tanzkurs nicht besucht. Da sähe ich mal, wie wichtig ich ihr bin. Ich sei etwas ganz besonderes für sie. „Ich hätte wohl lieber am Wochenende nicht zum Tanzkurs gehen sollen“ sagte sie. Haben wir da vielleicht grad ein kleinwenig eine Entscheidung bereut? Später dann beugte sie ihren Kopf so nah zu mir, das ich ihren Atem spüren konnte. Und was soll das? Ups, haben wir hier die richtige Grundlage entzogen? Ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich sie jetzt geküsst hätte. Aber natürlich tat ich es nicht. Bin doch nicht blöd. Was mir schon die ganze Zeit aufgefallen war, war ihr Pullover. Ich mein, sie hat immer sehr auf ihr Äußeres geachtet. Aber dieser Pulli war ja wohl wirklich reif für die Mülltonne. Ich wies sie darauf hin, das der Pulli zwei Löcher hätte. Ja, sagte sie. Und ein paar Sätze später: „Ich hab Vicky eh schon gesagt, das du nur in mein Aussehen verliebt warst.“ Das verneinte ich aber entschieden. Mit der Wahl ihrer Kleidung wollte ihr Unterbewußtsein mir wohl suggerieren: „Schau, so hübsch bin ich gar nicht, also ist es doch gar nicht so schlimm, wenn´s nicht geklappt hat.“ Ich liebe die Psychologie. Wir begannen dann darüber zu sprechen, wie wir uns unser weiteres Beziehungsleben mit anderen Partnern vorstellen. Oder besser gesagt, ich fing davon an. Bewußt natürlich. Ich erzählte ihr, das ich schon weiß was ich möchte. Eine Freundin, die etwas weiter weg wohnt, für die ich keine Verantwortung übernehmen müsse. Das könne ich nicht. Und wieder sprang sie an. „Genau, das möchte ich aber. Ich brauche jemanden, der immer für mich da ist, den ich auch Nachts anrufen kann, das er zu mir kommt, wenn ich ihn brauche.“ Ach so, Mrs. Freiheitsliebend, such dir ruhig die Gründe raus, die ich dir präsentiere, nicht das du noch ein schlechtes Gewissen hast. Dann beschrieb sie ihren Partner, wie er sein müsse. „Ich brauch jemanden, an den ich mich orientieren kann. Er soll mich einfach lassen, ich passe mich dann schon an. Jemand der pünktlich und zuverlässig ist. Und selbständig sein Leben meistert.“ Ohne das ich das jetzt falsch verstehe, das waren doch genau die Eigenschaften, die sie mir immer als so positiv angerechnet hat. Da hätte sie mich auch gleich beschreiben können. Ich sagte: „Naja, jedenfalls, weiß ich schon ziemlich genau was ich will.“ Darauf sie: „Das kann man doch eigentlich gar nicht wissen, oder?“ Wie logisch, diese Aussage doch schon wieder war..... „Vicky hat zu mir gesagt, ich frag dich besser nicht, ob wir Freunde bleiben können. Du magst ja soetwas nicht.“ „Ja, da hat sie eigentlich schon recht, aber in dem Falle: Ist ja nichts passiert. Da geht das schon.“ Ich hab das eigentlich nicht wirklich so gemeint, war ja auch nur ein Test, ich weißt ja, das sie keine wirklichen Freundschaften pflegt. Und prompt, die passende Reaktion: „Naja, ich hab ja eh nur Bekannte.....“ Naives Kind! Dann gings wiedermal um Vicky. Sie meinte, das sie ihr eh nicht ganz vertraut, naja, wenn Christin das meint. Ihre Mutter simste sie dann an. Sie musste dann nach Hause, wie auch immer. Ich meinte noch, ich gehe heute Abend noch weg. Darauf sie zu meinem Erstaunen, das sie da ja mitgehen könne. Ich solle mich einfach melden. So war das Gespräch dann auch bald beendet. Sie hatte viel geredet, aber nicht viel gesagt, der Aschenbecher war voll... Wir gingen dann Richtung Ausgang. Ich verabschiedete mich von ihr, Küsschen links, Küsschen rechts. War schon am gehen, dann dreht sie sich noch mal um, und meinte noch mal, ich solle mich heute Abend melden.....wieso war das eigentlich so wichtig? Gut, erstmal eine rauchen. Zumindest war ich jetzt auch offiziell solo und wußte wenigstens so ungefähr an was ich war, und das war gut so. Mit dem Gesprächsverlauf war ich sehr zufrieden, zumindest mit dem, was ichgesagt hatte. Ich fuhr wieder zu meinen Freunden um zu erzählen, was passiert war. Aber so konkretes konnte ich ja gar nicht sagen, da nicht wirklich etwas konkretes von ihr kam. Wir schauten Video, und ich begann zu analysieren. Als wir dann weggehen wollten, schrieb ich Christin eine SMS, versprochen ist versprochen. Sie schrieb zurück: „Würd schon gern mitgehen, aber ich hab nur noch 2 Euro.“ Darauf ich: „Ach, du lernst bestimmt einen Mann kennen, der dich einlädt. (-: Ne, war nur ein Späßle.“ Sie darauf: „Ha Ha Ha. Der Spaß hat gesessen.“ Ich frag mich bis heute, warum der gesessen hat...... Gut, unterm Strich gesehen, hat sie mich einfach nur verarscht. Nur da ich alles andere, als ein oberflächlicher Mensch bin, suche ich natürlich nach den tiefsitzenden Gründen. Am Anfang hat sich das wirklich gut angehört, und das ich ziemlich verliebt war, ist nunmal eine Tatsache. So schnell wie in sie, hatte ich mich noch nie in ein Mädl verknallt. Und warum hat´s nicht geklappt? Oberflächliche Gründe hat sie ja nun genügend aufgezählt, aber die waren nicht logisch und nicht nachvollziehbar, also glaub ich sie ihr natürlich nicht. Bin ja nicht naiv. Ich hab ja wirklich ein gutes Verhältnis zu Vicky. und damit ist sie wohl nicht ganz klar gekommen. Nicht wegen Vicky, sondern aufgrund des 3-er Vertrauensverhältnisses. d.h. sie hatte Angst davor, das wenn sie mir was anvertraut, das ich das dann Vicky erzähle und umgekehrt. Das hat sie zwar nicht so gesagt, aber zwischen den Sätzen, meine ich das verstanden zu haben. Jens eben, der Hobbypsychologe. Ich denke, dass sie sich oft eine Scheinwelt aufbaut, in der sie Dinge glaubt, die nicht existent sind. So glaub ich nicht, das sie so viele Sprachen spricht, das sie jemals einen Führerschein besaß, oder das sie wirklich erst so wenige Männer in ihrem Leben hatte. Und hier sah sie wohl die Gefahr, das diese Scheinwelt zusammenbricht. Auf der einen Seite erzählt sie Vicky diese Story und auf der anderen erzählt sie mir eine andere. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.... Ich denke, sie ist ein ungewollt sehr oberflächlicher Mensch, der in seinem Leben absolut keine Struktur hat. Sie strahlt extremes Selbstbewußtsein aus, und kennt um ihre Wirkung auf andere Menschen und damit spielt sie auch. Wenn man nicht hinter die Kulissen blicken könnte, würde man sie mit Sicherheit als arrogant bezeichnen, aber ich KANN hinter die Kulissen blicken. Mit ihrem Selbstbewußtsein schützt sie sich nur vor ihrer Unsicherheit, und die ist stark. Ich habe mit ihr in der ersten Woche ein sehr tiefgreifendes Gespräch über ihre Vergangenheit geführt und dabei hat sie mir Dinge erzählt, die man so sicher nach dieser Zeit nicht erzählt. Jens, der Hobbypsychologe. Hinter einem wahren und ehrlichen Selbstbewußtsein muss immer irgend etwas stecken, auf dem man das aufbaut. Freunde, Erfolg, Aussehen. Wenn die Kombination stimmt, kann man ein selbstbewußter Mensch sein. Erfolg? Hat sie nicht. Freunde? Hat sie nicht. Aussehen? Hat sie und darauf baut sie alles auf. Daher der Körper und Ernährungskult. Denn das ist ihr Trumpf und den setzt sie über alles! Den Rest bildet sie sich ein, daher immer diese Phantasien. Sie will studieren, sie ist die Beste etc. etc. Reiner Selbstschutz um der Realität nicht in´s Auge zu blicken.